Strategie ist nicht nur Chefsache

Strategiearbeit

„Strategie? Dafür sind doch die da oben zuständig …“ Diesen Satz – oder Varianten davon – höre ich oft in vielen Gesprächen mit Mitarbeitenden, im Austausch mit Führungskräften oder mit Partnern.

Die Vorstellung, dass Strategie ausschließlich in der Geschäftsleitung entsteht, hält sich hartnäckig. Und oft wird sie gleichgesetzt mit großen Projekten, hochtrabenden Visionen und teuren Beratungsprojekten.

Ich glaube: Das ist ein Missverständnis. Strategisches Denken sollte sich nicht auf den Elfenbeinturm beschränken. Denn der Erfolg stellt sich erst mit der Umsetzung ein. Deshalb betrifft sie alle, die das Unternehmen gestalten und voranbringen wollen – unabhängig von Funktion oder Hierarchie.

In diesem Artikel geht es darum, wie Strategien erfolgreich zur Umsetzung kommen – mit Einblicken, Erfahrungen und konkreten Tipps dazu:

  • warum ein Umdenken notwendig ist,
  • was sich bereits verändert
  • und wie eine Umsetzung gelingen kann, die im Alltag wirkt

Strategisches Denken – Aufgabe für alle

In dynamischen Zeiten wird strategisches Denken zur Überlebensfrage

Strategisches Denken hat sich längst von einer reinen Führungsaufgabe zu einer grundlegenden Basiskompetenz für alle Mitarbeitenden entwickelt.

In Zeiten beschleunigten Wandels, digitaler Transformation und wachsender Komplexität ist es entscheidend, dass möglichst viele im Unternehmen in der Lage sind, größere Zusammenhänge zu erkennen, Chancen und Risiken früh zu identifizieren und Innovationen aktiv mitzugestalten.

Dieses vorausschauende und vernetzte Denken bildet die Grundlage für nachhaltigen Unternehmenserfolg und sichert die Wettbewerbsfähigkeit in unsicheren Märkten.

Studien belegen diesen Trend: Eine groß angelegte internationale Untersuchung der Management Research Group ergab, dass strategisches Denken als zehnmal wichtiger für den Unternehmenserfolg bewertet wird als andere Kompetenzen. Nahezu alle erfahrenen Führungskräfte (97%) bezeichneten strategisches Denken als „entscheidend“ für die Zukunft ihrer Organisation.

Wissenschaftliche Analysen zeigen, dass die Fähigkeit zu Perspektivenwechsel, Reflexion und Flexibilität gezielt gefördert werden kann und zu mehr Innovations- und Anpassungsfähigkeit führt.

Entscheidend ist deshalb, strategisches Denken gezielt zu fördern und gleichzeitig das methodische Rüstzeug für wirksame Strategieprozesse zu trainieren. Trainings, Coaching und eine starke Lernkultur zahlen direkt auf die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens ein – und das ist messbar belegt.

Strategiearbeit wirkt besser im Team

Beteiligung verbessert Qualität und Umsetzung

Die Qualität einer Strategie zeigt sich erst in der Umsetzung. Deshalb setzen immer mehr Unternehmen auf partizipative Prozesse.

Ob in Konzernen oder im Mittelstand: Wenn Mitarbeitende ihre Sicht einbringen können, steigen Umsetzbarkeit und Identifikation

Dass offener Strategieansatz in der Praxis an Bedeutung gewinnt, zeigt auch eine Studie von EY-Parthenon aus dem Jahr 2023: Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden frühzeitig einbeziehen, sind deutlich erfolgreicher. Sie setzen ihre Strategie konsequenter um – und erzielen bis zu 30 % bessere wirtschaftliche Ergebnisse.

Das zeigt, wie wirksam Strategiearbeit wird, wenn das Wissen aus dem Unternehmen einfließt. Fachexpert:innen und Teams sind nah an den Kund:innen und bringen wertvolle Impulse für Zukunftsthemen mit.

Eine Strategie, die verstanden, getragen und wirklich umgesetzt wird, entsteht im Team. Und das erfordert: klare Rollen, kluge Fragen, gezielte Formate – z. B. Workshops, Sounding Boards oder interdisziplinäre Teams.

Strategieumsetzung ist ein kollektiver Lernprozess

Wenn Strategie zum Projekt verkommt, versandet die Umsetzung

Ich erinnere mich an eine Aussage in einem Transformationsprozess, die mich bis heute begleitet: „Wir müssen jetzt auch mal wieder arbeiten …“
Gemeint war: genug Strategie, jetzt wieder operatives Tagesgeschäft. Dahinter steckt ein verbreitetes Missverständnis – nämlich dass Strategiearbeit ein Projekt ist, das man abschließen kann.

Das Problem: Strategie ist keine einmalige Initiative, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Wenn sie als temporäres Event inszeniert wird, versandet sie – weil das strategische Denken nicht in den Führungsalltag integriert ist und in operativen Routinen keinen Platz findet.

Und vielleicht entsteht dieser Eindruck auch deshalb, weil die operative Realität oft kaum Raum für strategisches Nachdenken lässt. Doch die bittere Wahrheit ist: Transformation lässt sich nicht im Vorbeigehen erledigen. Wer einen ICE modernisieren will, muss ihn irgendwann aus dem Verkehr nehmen – zumindest teilweise.

Strategie braucht Raum, Rhythmus und Relevanz im Alltag. Sonst bleibt sie ein Papiertiger – gut gemeint, aber wirkungslos.

Praxistipps: Vom Papier in die Praxis

Strategieumsetzung benötigt gelingt, wenn sie mit Leben erfüllt wird – in Gesprächen, täglichen Prioritäten und vielen kleinen Entscheidungen. Und genau dort müssen die Ideen des Strategiepapiers ankommen.

Hier einige Hebel, die helfen, Strategie alltagstauglich und ihre Umsetzung erfolgreich zu gestalten:

  • Strategiearbeit als laufenden Prozess organisieren
    Strategie darf kein einmaliger Kraftakt bleiben. Sie braucht Iterationen, Feedbackschleifen und regelmäßige Anpassung – wie ein agiler Lernprozess, der sich mit der Realität entwickelt.
  • Strategiekompetenz im Führungsteam ausbauen
    Führungskräfte sind Schlüsselfiguren: Sie müssen Strategie verständlich machen, Impulse aufnehmen, Entscheidungen einordnen – und den Rahmen für strategisches Lernen schaffen.
  • Mitarbeitende klug einbeziehen
    Nicht jede strategische Entscheidung muss basisdemokratisch sein – aber es gibt viele kluge Wege, wie operative Expertise und strategische Ausrichtung zusammenfinden. Co-Creation, Fokusgruppen, interne Sounding Boards.
  • Strategiebezug im Tagesgeschäft sicherstellen
    Wenn Strategie auf dem Papier bleibt, geht sie im Alltag unter. Teams sollten regelmäßig prüfen: Wozu leisten wir hier gerade Beitrag? Wie zahlen unsere Maßnahmen auf die strategischen Ziele ein?
  • Dialogformate etablieren
    Strategiegespräche, Retrospektiven oder standortübergreifende Dialoge – Formate, in denen Strategie nicht nur erklärt, sondern verhandelt werden darf, erhöhen Identifikation und Klarheit. Dabei müssen diese nicht neu entwickelt werden – sie können in bestehende Formate eingebunden werden.
  • Quick Wins sichtbar machen
    Kleine Erfolge, die auf die Strategie einzahlen, machen Fortschritt sichtbar und stärken den kollektiven Glauben daran, dass Veränderung möglich und sinnvoll ist.

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